Des Leirakiebls Heimat: Deggingen

Die Heilig Kreuz Kirche (gemalt) Die Gemeinde Deggingen liegt im oberen Filstal, eingerahmt vom Degginger Hausberg der Nordalb (Sommerberg), dem Galgenberg im Bereich der Hochalb dem Weigoldsberg und südlich des Tales dem Tugstein (Ave-Berg) und der Südalb oder Bernecker Berg mit dem Oberbergfelsen. Von vier markierten Felsen bzw. Bergrücken grüßen weit sichtbare Feldkreuze herab ins Tal und erinnern, dass diese in christlicher Gesinnung dort oben errichtet worden sind. Die Wallfahrtskirche "Ave Maria" auf halber Höhe am südöstlichen Bergabhang zieht seit Jahrhunderten große Scharen von Pilgern und Marienverehrern zu sich herauf. Etwas bescheiden: vom Baumwuchs fast versteckt, grüßt vom Bernecker Berg die Buschelkapelle herab. Sie ist Privatbesitz von drei Bernecker Hofstellen, die wiederum einst zum Hofgut der heute abgegangenen Burg Berneck, dem Sitz der Herren von Deggingen, zählten. Im ganzen oberen Filstal waren früher im wahrsten Sinne des Wortes die Geißen zu Hause, da her auch die Bezeichnung "Goißatäle". Das Degginger Ortswappen
Teile der Albhochfläche und die Wacholderheiden stehen unter Landschaftsschutz. Das Freizeitangebot ist vielfältig: Fasnetsvereine, Pfadfinder, viele Feste, Gesangverein, Musikverein, Schützenverein, Surfclub, Bogenschützen, viele weitere Vereine, Reiten, Tennis, Radwege, Segel- und Motorfliegen, Hallenbad mit Außenbecken, Bücherei, Kinderspielplätze, Sportplätze, markierte Wanderwege, Grillstellen, Skilanglauf usw. Sehenswürdigkeiten wie z. B. die barocke Pfarrkirche oder die Wallfahrtskirche Ave Maria ziehen viele Besucher in das ungefähr 5.668 Einwohner, 22,7 km² große Deggingen.

Besuchen Sie auch ruhig mal: www.deggingen.de , die Internetpräsenz unseres gemütlichen Örtchens. ;-)

Das gleiche Bild (nur fotografiert). Das Fachwerkhaus ist die 'Alte Post'
Deggingen von Ave Maria aus fotografiert Deggingen von Ave Maria aus gesehen

Deggingen von der Buschelkapelle aus gesehen

... von der Buschelkapelle aus

Deggingen wird erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt, doch sind Gräberfunde aus der Merowingerzeit, etwa aus dem 5.-7. Jahrhundert nach Christus, nachgewiesen. 1382 - 1396 war der zur Grafschaft Helfenstein gehörende Ort an die Reichsstadt Ulm verpfändet. Der Marktort blieb jedoch beim Wiesensteiger Teil der Herrschaft. Durch Helfensteinische Erbtöchter gelangten um die Mitte des 17.Jahrhunderts zwei Drittel der Reichsgrafschaft an Kurbayern und ein Drittel an Fürstenberg. Als Teil der Reichsgrafschaft kam Deggingen 1806 an Württemberg. Bis 1938 gehörte es zum Oberamt Geislingen, seitdem zum damals gebildeten Landkreis Göppingen.

Um 1700 ließen die Ortsherrschaften Kurbayern und Fürstenberg die Pfarrkirche "Zum Heiligen Kreuz" neu erbauen. Der gotische Turm der Kirche, der aus dem 14. Jahrhundert stammt, blieb erhalten. Die Pfarrkirche, 1978 - 1980 in ihrem Inneren restauriert, zeichnet sich durch ihre reichen, farbigen Stukkaturen, die dem einheimischen Künstler Johannes Ulrich Schweizer zugeschrieben werden, und dem Hochaltar mit seiner freiplastischen Kreuzigungsgruppe.

Handwerkliche und künstlerische Traditionen

Im 18. und 19. Jahrhundert trieben die Einwohner Deggingens weltweiten Handel mit selbstverfertigten Spindeln, Schröpfköpfen und "Aderlaßeiselein", mit denen man in jener Zeit glaubte, fast jede Krankheit heilen zu können.

Weiterhin bekannt geworden sind auch die Degginger "Ipser" (Gipser) und Stuckateure, die bis zur Industrialisierung in Geislingen während der Sommermonate in Schlössern, Kirchen und Profanbauten arbeiteten, und die im 2.Viertel des 18.Jahrhunderts zum Teil in ihrer eigenen Heimatgemeinde eine große künstlerische Tätigkeit entfalteten.

Der Ort selbst liegt in 470 - 520 Höhenmetern, die Anhöhen nördlich und südlich steigen bis 750 m an; von dort hat man herrliche Ausblicke über die Region. Über dem Ort, an der Südalb, steht das 1716 - 1718 erbaute Rokokojuwel, die Wallfahrtskirche Ave Maria. S ie entstand nach den Plänen des bedeutenden Klosterbaumeisters Christian Wiedemann und wurde als Nachfolgerin einer ursprünglich höher gelegenen, 1469 erstmals erwähnten Kapelle errichtet. An ihrer Ausgestaltung waren der Maler Josef Wannenmacher aus Tomerdingen und die einheimischen Stuckateure Ulrich und Johann Jakob Schweizer beteiligt. Das 1930 erbaute Kloster wird heute von Kapuzinermönchen bewohnt. Auf der Südalb liegt der Weiler Berneck mit Wall-Resten einer Burg. In ihr steht die Buschelkapelle. Nahe der Schonter ist ein römisches Kleinkastell mit Siedlung aus der Zeit des Alblimes ( 2. Jahrhundert n. Chr. ) nachgewiesen.

Reichenbach im Täle, seit 1975 durch die Gemeindereform der Gemeinde Deggingen zugeordnet, ist im Jahr 1371 erstmals erwähnt. Der Name Reichenbach ist gleichbedeutend mit "wasser-reicher Bach". Ein verheerender Brand legte 1469 den Ort größtenteils in Schutt und Asche. Aus dem 15. Jahrhundert stammt die dem heiligen Pantaleon geweihte Kirche, die 1728 baulich verändert und zur Pfarrkirche erhoben wurde.

In Deggingen findet, auf alte Rechte zurückgehend, zweimal jährlich ein Krämermarkt statt, d er alljährlich stattfindende Weihnachtsmarkt, ebenfalls in der Hauptstraße, lockt viele Besucher. Weil sich Deggingen durch seine Eigenschaften als Marktflecken schon früher von den umliegenden Dörfern abhob, nannte man es auch "Klein Paris". (Paris was früher für das Volk der Inbegriff für Vornehmheit und Weltoffenheit).






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